ERWIN SCHÜTTERLE
Schreib-, Ideen- und Kulturwerkstatt
Dies & Das
Frieden auf der ganzen Welt
Text: Erwin Schütterle (1970)
Musik: Cole Porter („Wunderbar“ aus „Kiss me, Kate!“
Alle Menschen auf Erden
Wünschen Frieden sich allein
Alle Kriege der Welt
Werden d‘rum eingestellt
Sagt, wie würde das Leben dann sein?
Wunderbar, wunderbar
Alles wäre sonnenklar
Unser Traum würde wahr
Es wär‘ alles wunderbar.
Wunderbar, wunderbar
Die Gewalt ist nicht mehr da
Allen Menschen ist klar
Es ist einfach wunderbar!
Mächtige sich viel erlauben
Ist die Welt auch noch so klein
Wollen Freiheit and‘ren rauben
Doch wir hoffen und wir glauben:
Wunderbar, wunderbar
Frieden auf der ganzen Welt
Wie er nie vorher war
Wäre wirklich wunderbar!
Erläuterung: Von 1949 bis 1970 wurde im kleinen Städtchen Markdorf (beim
Bodensee) im Vorfeld der Fasnachtszeit die BUNTE PLATTE aufgeführt. An die 100
Mitwirkende haben (nur so aus „Spaß an der Freud“) in dieser, zum Schluss achtmal
aufgeführten, Revue jeweils das vergangene Jahr heiter, satirisch oder auch kritisch
auf die Schippe genommen
In dem wilden Westen leben wir
Text: Erwin Schütterle (1970)
Musik: ???? (Schlager: „In dem wilden Leben wir…“
In dem wilden Westen leben wir,
denn viel Wilde gibt es bei uns hier.
Können nicht den and’ren lieben,
fordern selbst jedoch den Frieden:
In dem wilden Westen leben wir!
Sagt mal, muss das weiterhin so sein?
Regiert heute die Gewalt allein?
Kann man sich denn nicht vertragen,
anstatt immer dreinzuschlagen,
muss der Starke immer oben sein?
In dem wilden Westen leben wir,
ist der Osten schlimmer noch als wir?
Ach, wir Menschen in dem Westen
Sind nicht nur die Allerbesten:
In dem wilden Westen leben wir!
Können uns nie richtig einig sein,
jeder sucht sein Vorteil ganz allein.
Angefangen auf den Straßen
Bis hinauf zu uns’ren Staaten
Geht es wie im wilden Westen zu!
Erläuterung: Von 1949 bis 1970 wurde im kleinen Städtchen Markdorf (beim
Bodensee) im Vorfeld der Fasnachtszeit die BUNTE PLATTE aufgeführt. An die 100
Mitwirkende haben (nur so aus „Spaß an der Freud“) in dieser, zum Schluss achtmal
aufgeführten, Revue jeweils das vergangene Jahr heiter, satirisch oder auch kritisch
auf die Schippe genommen
Soll dieses Kriegsmal Rettung sein?
Text: Erwin Schütterle (1969)
Musik: Wolfgang Amadeus Mozart (aus der „Zauberflöte“: „Dies Bildnis ist bezaubernd schön…“)
Dies Denkmal ist nicht g’rade schön,
man braucht nicht viel von Kunst versteh‘n.
Ich mag’s nicht, ich mag’s nicht,
so ein Siegesmal mein Herz mit kalten Schauer füllt
mein Herz mit kaltem Schauer füllt.
Den Frieden kann man nicht erzwingen,
bei sich selbst muss man damit beginnen.
Soll dieses Kriegsmal Rettung sein?
Soll dieses Kriegsmal Rettung sein?
Nein, nein, die Menschen sind‘s allein.
Die Menschen, die Menschen, die Menschen sind’s allein!
Doch wenn ich diese finden könnte,
die immer neuen Krieg befehlen,
Ich würde, das ganze, Kriegermal,
was würde ich?
Ich würde es, ohne Zagen,
auf ihre dummen Köpfe schlagen.
Und ewig hätten wir dann Ruh,
und ewig hätten wir dann Ruh,
und ewig ….
Erläuterung: Von 1949 bis 1970 wurde im kleinen Städtchen Markdorf (beim Bodensee) im
Vorfeld der Fasnachtszeit die BUNTE PLATTE aufgeführt. An die 100 Mitwirkende haben (nur
so aus „Spaß an der Freud“) in dieser, zum Schluss achtmal aufgeführten, Revue jeweils das
vergangene Jahr heiter, satirisch oder auch kritisch auf die Schippe genommen. Obiges Lied
war das Schlusslied des Beitrags eines Männerchors, der über die geplante und heiß
diskutierte Entfernung eines „Siegesmal“ von 1870/71 sich Gedanken machte. Danach
folgte, im Dialekt, dieser Text:
„Der kleine Mann wünscht sich sehr viel,
doch selten kriegt er, was er will.
Es nützt ihm nichts, die ganze Schelterei,
denn andere und größere wollen alle viel gescheiter sein.
Nur als Narr, mit einem gesunden Humor,
findet auch er ab und an ein offenes Ohr.
Wir Narren wollen keinen Schwindel, Händel und Streit,
wir wollen doch nur: Frieden und Fröhlichkeit.
Aus dem Grund‘ ist uns’re Welt ein verfahr’ner Karren,
denn in sämtlichen Parlamenten sitzen viel zu wenig Narren)
Tagtäglich im Fernsehn
Text: Erwin Schütterle (1970)
Musik: ?????
Ja, ja, tagtäglich im Fernsehn,
ja, ja, es muss wohl so sein.
Ja, ja, wir sehen so gerne
Die Western und Krimis allein.
Ob Bonanza es ist,
ob ein anderer Mist,
ob ein Raubfall oder Mord,
wichtig ist in einem fort:
Geschossen muss sein,
gemordet muss sein,
sonst schalten wir nicht ein!!!
(Bässe singen bei den ersten vier
Zeilen durchgehend: peng, peng, peng…)
Ostertraum 2026
von Erwin Schütterle,
frei nach Goethes „Osterspaziergang“
Vom Kriege befreit sind weder Menschen noch Städte
durch die Vernunft humaner und weiser Regenten.
Nirgendwo grünt Hoffnungsglück.
Der Krieg in seiner grausamen Härte
kennt offenbar keinen Weg zurück.
Ohnmächtig wünschen Menschen, flehend, nur
immerwährenden Frieden auf Erden
für Völker, Menschen und für die Natur.
Von Einsicht der Krieger jedoch keine Spur.
Keiner zeigt Wille und Streben
das grausame Metzeln zu beheben.
Doch die Menschen verlieren nicht den Glauben
und lassen sich die Hoffnung auf Frieden nicht rauben.
(……………….)
Denn irgendwann jauchzt Groß und Klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich‘s sein!
Ostertraum 2025
Vom Frieden entfernt sind Länder und Menschen
Durch der Autokraten unmenschliches Spiel.
Keine Spur von Hoffnungsglück.
Die alten Muster, die grausamen Schlachten
Kehren nach achtzig Jahren wieder zurück….
(unvollendet)
UMSTEIGEN
UMSTEIGEN
ist manchmal sinnvoller als
AUFSTEIGEN
Wer loslässt
hat zwei Hände frei.
HEIMAT
ist nicht da, wo du wohnst
HEIMAT
ist da, wo du dich eingebracht hast
oder dich einbringst.
HEIMAT
kannst du nicht aussuchen
HEIMAT
bekommst du zunächst geschenkt,
danach musst du sie schaffen.
HEIMAT
ist meine persönliche Messlatte
mit der ich die Welt um mich herum messe.
HEIMAT
ist nicht wo du wohnst oder arbeitest
HEIMAT
ist da, wo du LEBST.
Es ist fällt schwer,
auf einen großen Haufen Geld
zu scheißen.
Kein Mensch kann allein sein.
Aber jeder Mensch muss ab und zu allein sein können.
(1976)
Ärgert dich deine Uhr
so nimm sie ab und schmeiß die von dir.
Es ist besser, du lebst ohne Uhr,
als dass du mit Uhr am Leben vorbei rennst.
(1978)
Schalten Sie ab!
Schalten Sie Bild und Ton ab!
Damit Sie endlich mal abschalten können.
(1979)
Ich möchte etwas (be)sinnliche Ruhe
in unsere (un)menschliche Hektik bringen.
(1980)
Wir halten das Anhalten nicht mehr aus.
(2013)
An Anna Blume
von Kurt Schwitters
auf oberschwäbisch-alemannisch (Raum Meßkirch, Baden)
von Erwin Schütterle
Ad Anna Bliemle
Oh Du, liabs Schätzle vu meine 27 Sinn, i mag Dir!
Du, Deiner, di Dir, i Dir, du mi ——mir?
Des g’hert so ganz nebbebei it do her!
Wer bisch Du, allerfernzigs Menschle, Du bischt, bischt Du?
D’Leit saget, du wäärscht.
Lass si schwätze, die wisset it, wie dr Bartel de Moscht holet.
Du hoscht de Hut auf deine Fiäß und schbazierscht auf di Händ,
uff de Händ schbazierscht Du.
Ei, jei, jei, deine rote Klamotta, i weiße Falte zäget,
Rot, mag i Anna Bliemle, rot mag i Dir.
Du, Deiner, di Dir, i Dir, du mi ——mir?
Des ghert so ganz nebbebei ins verloschne Feier!
Anna Bliemle, rot’s Anna Bliemle, wie sagget d’Leit?
Preisfrog:
1. s’Anna Bliemle hot en Voggel,
2. s’Anna Bliemle ischt rot.
3. Welle Farb hot dr Voggel?
Blau ischt d’Farb vu deim gääla Hoor,
Rot ischt d’Farb vu deim gräene Voggel,
Du uifachs Mädle im Wertighäs,
Du liäbs gräs Dier, i mag Dir!
Du, Deiner, di Dir, i Dir, du mi ——mir?
Des ghert, i will mal so sage, in de —- Ascheuimer.
A n n a B l i e m l e, A—-N—–N—–A!
i trepfle dein Namme.
Dein Namme trepflet wie woichs Rinderschmalz.
Woischt Du’s Anna, woischtst Du’s scho,
Ma ka di au vu hinte lesse.
Und Du, Du Herrlischte vu alle,
Du bischt vu hinte, wir vu vonne:
A —N– -N- –A
Rinderschmalz trepflet STREICHLA ibber mein Buckel.
Anna Bliemle,
Du glitschigs Reh,
I—–mag—–De!
PSALM 23
Übertragung ins Oberschwäbisch-Alemannische (Raum Meßkirch, Baden)
von Erwin Schütterle
basierend auf der Psalmen-Übertragung von Arnold Stadler
aus „Die Menschen lügen. Alle“ (Insel Verlag)
Er ischt mei Hirt
und deshalb fehlt’s mir a Nix.
Ob uff’ de gruene Wies oder am blaue Wasser
er passt uf mi uff.
Er macht mi ruhig und z’friede
und er sait mir, wo’s langgoht.
Gottseidank.
Au denn, wenn’s mal duschter und gfährlich wird
honn i kui Angscht. Vor nix und widder nix.
Denn uiner ist immer bei mir
und des bischt Du.
Du gooscht mir voraus,
Du deckscht mir de Disch
und all die, die gege mi sind,
kennet nix dagege mache.
Du machscht mi schee und luschtig
und Du schenkscht mir immer reichlich ei.
Guet! So machet mir mitanand weiter
so lang i am Lebbe bin und am Lebbe sei darf.
Mit Dir und bei Dir.
_____________________________
Er ist mein Hirte
und deshalb fehlt es mir an Nichts.
Ob auf der grünen Wiese oder am blauen Wasser
er passt auf mich auf.
Er macht mich ruhig und zufrieden
und er sagt mir, wo es langgeht.
Gottseidank.
Auch dann, wenn es einmal dunkel und gefährlich wird
habe ich keine Angst. Vor Nichts.
Denn einer ist immer bei mir
und das bist Du.
Du gehst mir voraus,
Du deckst mir den Tisch
und alle die, die gegen mich sind,
können nichts dagegen tun.
Du machst mich schön und fröhlich
und Du schenkst mir immer reichlich ein.
Gut! So machen wir miteinander weiter
so lang ich am Leben bin und am Leben sein darf.
Mit Dir und bei Dir.
Erwin Schütterle
Eine wundervolle Hochzeit in Kana
Was geschah damals vor 2000 Jahren?
© Erwin Schütterle
09.10.2015





